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Historisches, nachkoloriertes Foto von Andrées Ballonhalle auf Danskøya mit schwedischer Flagge
Zuletzt geprüft: 20. Oktober 2026

Geschichte Spitzbergens – von Walfang und Bergbau bis heute

Walfänger, russische Jäger, Bergbaugesellschaften aus mehreren Ländern und eine Ballonfahrt zum Nordpol. Die Geschichte Spitzbergens erklärt, warum die Inselgruppe heute so funktioniert, wie sie funktioniert.

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Wer heute in Longyearbyen landet, sieht überall Spuren der Vergangenheit: Seilbahnmasten aus Holz, ein Besucherbergwerk, Häuser aus der Bergbauzeit. Die Geschichte Spitzbergens (Svalbard) reicht von der Entdeckung 1596 über Walfang und Jagd bis zum Kohlebergbau, der gut hundert Jahre lang das Leben auf den Inseln bestimmte. Diese Seite fasst die wichtigsten Abschnitte zusammen, mit Jahreszahlen und Orten, und sagt dir, was du davon heute noch siehst.

Entdeckung und Walfang

Der niederländische Seefahrer Willem Barentsz entdeckte Spitzbergen 1596 als Erster nachweislich. Nach ihm ist heute die russische Bergbausiedlung Barentsburg benannt. Auf die Entdeckung folgte eine Zeit des internationalen Walfangs, ungefähr von 1600 bis 1750.

Die russischen Pomoren

Von etwa 1700 bis 1850 überwinterten russische Jäger auf Spitzbergen, die Pomoren vom Weißen Meer. Sie blieben für die Jagd und den Fang über die dunkle Jahreszeit. Ihre Spuren gehören, wie alle menschlichen Spuren auf Spitzbergen, die älter als 1946 sind, zum geschützten Kulturerbe.

Der Kohlebergbau beginnt

1906 eröffnete John Munro Longyear das erste Bergwerk. 1916 übernahm die norwegische Gesellschaft Store Norske, und der Ort bekam den Namen, den er heute trägt: Longyearbyen. Lange blieb er eine Firmensiedlung; erst 1989 endete diese Zeit. Mehr über den Ort steht im Ratgeber zur Bergbaustadt Longyearbyen.

Holzmast einer Seilbahn im Adventdalen
Die Seilbahn transportierte in der Bergbauzeit Kohle.

Schwedische Spuren: Pyramiden und Sveagruva

Nicht nur Norweger bauten Kohle ab. 1910 gründeten schwedische Interessen den Ort Pyramiden, ganz innen im Billefjord. Laut Visit Svalbard wurde er 1927 an die Sowjetunion verkauft; die schwedische Wikipedia nennt 1926. Unter der sowjetischen Arktikugol wuchs Pyramiden in den 1980er-Jahren auf über tausend Einwohner, bevor das Bergwerk im April 1998 schloss. Die Häuser stehen noch. Wie ein Besuch heute abläuft, steht auf der Seite über die verlassene Bergbaustadt Pyramiden.

1916 begann die schwedische Gesellschaft AB Spetsbergens Svenska Kolfält mit dem Bergbau bei Svea, südlich von Longyearbyen am Van Mijenfjord. 1934 wurde Sveagruva an Store Norske verkauft und unter norwegischer Leitung weiterbetrieben. 2017 fiel der Beschluss zur endgültigen Stilllegung, danach wurde das Gebiet zurückgebaut. Nach Angaben des Sysselmesteren, die die schwedische Wikipedia zitiert, war der Rückbau 2023 abgeschlossen und der größte in der Geschichte Norwegens. Heute ist Svea kein Ausflugsziel. Im Umkreis von fünf Kilometern um Svea gilt ein Drohnenverbot, wie rund um den Flughafen von Longyearbyen.

Die alten Anlagen von Sveagruva am Van Mijenfjord
Die Hauptstraße in Svea, fotografiert vor dem Rückbau des Gebiets.

Die Andrée-Expedition 1897

Am 11. Juli 1897 stieg der Ballon Örnen («Der Adler») von Danskøya auf, bei Virgohamna an der Nordwestecke der Hauptinsel Spitsbergen. An Bord waren die Schweden S. A. Andrée, Knut Frænkel und Nils Strindberg. Ihr Ziel war der Nordpol. Der Ballon verschwand, und über dreißig Jahre lang wusste niemand, was geschehen war.

Am 5. August 1930 fand die Besatzung des norwegischen Schiffs «Bratvaag» das letzte Lager der Expedition auf Kvitøya, weit im Osten der Inselgruppe. Die Fundstücke aus dem Lager sind heute im Grenna Museum – Andréexpeditionen Polarcenter im schwedischen Gränna ausgestellt. Der Startplatz in Virgohamna ist, wie alle menschlichen Spuren auf Spitzbergen, die älter als 1946 sind, automatisch geschützt.

Schwarz-Weiß-Foto des Ballons Örnen auf dem Packeis 1897
Die Örnen nach der Landung auf dem Eis 1897, fotografiert von Nils Strindberg. Das Lager auf Kvitøya wurde erst 1930 gefunden.
Feldnotiz

Virgohamna und Kvitøya liegen weit von Longyearbyen entfernt und sind nur per Schiff erreichbar. Willst du die Orte sehen, wähl eine Expeditionskreuzfahrt, die den Nordwesten der Hauptinsel auf der Route hat, und prüf, ob eine Anlandung dort erlaubt ist.

Der Spitzbergenvertrag

Am 9. Februar 1920 wurde in Paris der Spitzbergenvertrag unterzeichnet, zuerst von einer Gruppe von Ländern, darunter Norwegen, Schweden, Dänemark, die Niederlande, Großbritannien und die USA. Am 14. August 1925 trat er in Kraft, am selben Tag wie das norwegische Spitzbergengesetz. Der Vertrag erkennt die Souveränität Norwegens an, gibt aber Staatsbürgern der Vertragsstaaten das Recht, auf Spitzbergen zu wohnen und wirtschaftlich tätig zu sein. Deshalb konnte die sowjetische Arktikugol 1932 Barentsburg übernehmen. Spitzbergen ist zudem entmilitarisiert. Mehr zum Vertrag steht auf der Seite mit Fakten zu Spitzbergen.

Das moderne Spitzbergen

1973 wurde die Jagd auf Eisbären auf Spitzbergen vollständig verboten. 1975 öffnete der Flughafen, und seitdem landen die Linienflüge vom Festland in Longyearbyen. 2008 wurde die Samenbank eröffnet. Im Juli 2025 beendete Store Norske die Förderung in der Gruve 7, dem letzten norwegischen Kohlebergwerk, und am 4. Mai 2026 wurde ihr Eingang endgültig versiegelt. Wie es in einem Bergwerk aussieht, zeigt dir heute das Besucherbergwerk Gruve 3.

Zeitleiste

JahrEreignisOrt
1596Willem Barentsz entdeckt die InselnSpitzbergen
1600–1750Internationaler WalfangKüsten und Fjorde
1700–1850Russische Pomoren überwintern für die JagdSpitzbergen
1897Andrée, Frænkel und Strindberg starten mit dem Ballon ÖrnenDanskøya, Virgohamna
1906John Munro Longyear eröffnet das erste BergwerkLongyearbyen
1910Schweden gründet PyramidenBillefjord
1916Store Norske übernimmt; Start von SveagruvaLongyearbyen, Van Mijenfjord
1920 / 1925Spitzbergenvertrag unterzeichnet / in KraftParis
1927Pyramiden geht an die SowjetunionBillefjord
1930Das Lager der Andrée-Expedition wird gefundenKvitøya
1934Sveagruva geht an Store NorskeVan Mijenfjord
1975Der Flughafen wird eröffnetLongyearbyen
2023Der Rückbau von Svea ist abgeschlossenVan Mijenfjord
2025Gruve 7 beendet die Förderung–

Die Orte heute sehen

Pyramiden, Virgohamna und Kvitøya liegen außerhalb von Longyearbyen und sind nur mit geführter Tour oder per Schiff erreichbar. Wo sie zueinander liegen, zeigt die Karte von Spitzbergen. In Longyearbyen kannst du die Polargeschichte im North Pole Expedition Museum verfolgen, und im Forschungsdorf Ny-Ålesund steht noch Amundsens Ankermast für Luftschiffe. Für Reisen entlang der Küste siehe Kreuzfahrten entlang der Küste Spitzbergens.

Fragen zur Geschichte Spitzbergens

Wer hat Spitzbergen entdeckt?

Der niederländische Seefahrer Willem Barentsz, 1596. Er gilt als erster nachweislicher Entdecker.

Wo startete die Ballonfahrt von Andrée?

Auf Danskøya bei Virgohamna im Nordwesten der Hauptinsel Spitsbergen, am 11. Juli 1897.

Gibt es auf Spitzbergen noch Kohlebergbau?

Nicht mehr auf norwegischer Seite. Die Gruve 7 beendete die Förderung im Juli 2025. In Barentsburg fördert die russische Arktikugol weiter Kohle.

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